GUNKL
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Pressemeldungen:Artikel vom 07.09.2011 | FALTER | Valerie Kattenfeld Unbequeme Wahrheiten: Was wir uns einredenDer Mensch neigt dazu, sich Sachen einzureden, weil sich’s halt einfach besser anfühlt. Das neue Gunkl-Programm „Die große Kränkungen der Menschheit“ ist ein philosophisch-feinsinniger Abend, der unsere Gattung ob ihres alltäglichen Eigenmanipulationswahnsinns gleichermaßen beschämt und belustigt. Das beginnt bei der Fähigkeit zu fiktivem Mitleid mit einem Strich, der so gern ein Kreis wäre, und endet bei der Religion, die es gernerell nicht so mit der Logik hat. Stünden die Inhalte mancher heiliger Schriften in einem Statutenblatt, dann würde das jeden Kegelverein zu Fall bringen. Hirn und Psyche werden genussvoll in ihre Einzelteile zerlegt, und hinterher darf sich jeder die Frage stellen: Was wäre, wenn wir nicht länger so täten, als ob? Artikel vom 02.09.2011 | KURIER | Werner Rosenberger Ein Kleinkunst-Logiker beim Gehirn-Jogging"Die großen Kränkungen der Menschheit", das zehnte Programm von Günther Paal - bekannt unter dem Namen Gunkl - in der Kulisse. Der Mensch hat sich ja schon vieles eingebildet. Dass er die Welt versteht. Dass die Erde eine Scheibe und der Erdling der Mittelpunkt des Universums ist. Und Gott die Zentralfigur der Hoffnung. Darüber, wie wir uns selber buchstäblich auf den Leim gehen, spintisiert Gunkl in seinem zehnten Solo: "Die großen Kränkungen der Menschheit". Über philosophische Problemzonen. Er widmet sich mit geistreicher Eleganz wieder mit Vorliebe Fragen, die sich so leicht gar nicht stellen. Die auch "brachial wurscht sind" fürs tägliche Leben. Oder "im allgemeinen Erlebnis-Parcours", wie es der Philosoph unter den Kabarettisten mundgerecht formuliert. Ein Querdenker So ist er: Irgendwie blitzg'scheit und irgendwie komisch, "wie er in groben Keilen an der Menschheit herumaxt". Wie er den Aufmerksamen auf erstaunliche Zusammenhänge hinweist. Er führt uns an der Hand hinein ins große Labyrinth der Gehirnwindungen und macht uns mit messerscharfem Verstand deutlich, dass es dort so etwas wie Blinddärme des Denkens geben muss. Wo die Paradoxien wohnen. "Auch wenn es uns zunächst gut geht: Sobald es einem, den wir kennen, besser geht, geht's uns selber gleich viel schlechter." Lebensbetrachtungen
Gunkl hält eine Vorlesung über die Welt ohne GottGünther Paals neues Stück „Die großen Kränkungen der Menschheit“ besticht durch wissenschaftliche Klarheit. Paal gibt bei der Premiere dem Kabarettpublikum etwas mit, was andere bewusst verweigern: eine Message! „Mein Vorschlag“, sagt Gunkl: „Tun wir so, als könnten wir uns anständig verhalten, obwohl wir wissen, dass uns das nicht immer gelingt.“ Denn das wäre weniger naiv als die religiöse Formel: „Sind wir doch alle brav, weil sonst haut uns der große Huhu nach dem Sterben in den Oasch.“ Günther Paal gibt bei der Premiere in der Wiener Kulisse dem Kabarettpublikum etwas mit, was andere bewusst verweigern: eine Message! Er verkündet: „Das einzig zutiefst Menschliche, das uns von allen anderen Lebewesen unterscheidet, ist, dass wir Sachen besser machen können, als es sein muss.“ Die großen Kränkungen (die Erde ist nicht Zentrum des Universums, der Mensch ist mit dem Affen verwandt und der freie Wille ist nicht so frei) sind Herrn Paal ganz österreichisch „wurscht“. Dafür erzählt er in einem stringenten Vortrag, was ihn sonst kränkt an unserer Gesellschaft: Nämlich, dass Regierungen nicht dafür sorgen, dass jeder für seine Arbeit anständig entlohnt wird. Oder dass Führungskräfte soziopathisch veranlagt sind. Oder dass so viele Menschen an einen Gott glauben und wir Religion noch nötig haben. Oder dass nicht die größten Gehirne, sondern die „dicksten Eier – männliche wie weibliche“ sich in der Evolution durchgesetzt haben. So lässt Gunkl das Publikum wieder an seinem „widerspruchsfreien Nachdenken“ teilhaben und präsentiert naturwissenschaftliche und philosophische Erkenntnisse. Immer ein bisschen über dem Niveau des durchschnittlichen Bildungsbürgers, aber doch mit gezielten Pointen und Kalauern, die zur humorigen Wissensvermittlung beitragen. Fantasie braucht das Publikum diesmal wenig: Weder lustige Figuren noch abstruse Exkurse lenken von der Geschichte ab. Gefühl war in seinem letzten Stück mehr drin, doch man verlässt den Saal mit dem Gefühl, etwas gelernt zu haben. |
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